{"id":2072,"date":"2021-04-28T14:14:44","date_gmt":"2021-04-28T14:14:44","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress-ploughbackthefruits.p51238.webspaceconfig.de\/?p=2072"},"modified":"2021-04-28T16:15:45","modified_gmt":"2021-04-28T16:15:45","slug":"questions-on-historical-responsibility-regarding-wintershall-dea-and-planned-ipo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/questions-on-historical-responsibility-regarding-wintershall-dea-and-planned-ipo\/","title":{"rendered":"Fragen zu historischer Verantwortung bei Wintershall Dea und geplantem B\u00f6rsengang"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fragen zu den Verwicklungen von Wintershall mit dem Nationalsozialismus<\/strong><\/p>\n<p>Seit Januar 2021 ist bekannt, dass die BASF-Tochter Wintershall AG in der Hamburger HafenCity Hauptmieter eines Geb\u00e4udes werden will, in dem das Dokumentationszentrum denk.mal am ehemaligen Hannoverschen Bahnhof zur NS- und Deportationsgeschichte Hamburgs entstehen soll. Vor diesem Hintergrund fragen wir:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Wintershall AG hat ab 1930 nationalsozialistische Organisationen u.a. mit Geldzuwendungen unterst\u00fctzt, darunter die \u201eGesellschaft zum Studium des Faschismus\u201c, den Keppler-Kreis, den Freundeskreis Himmler, den Reichsf\u00fchrer SS Himmler, die Hitlerjugend, das NS-Kraftfahrkorps, die SS, die SA, den Sicherheitsdienst der SS (SD), NSDAP-Gauleiter. Wie viel hat die Wintershall AG ab 1930 pro Jahr und insgesamt von 1930 \u2013 1945 an Geldbetr\u00e4gen aufgewendet, um NS-Organisationen oder einzelne Personen zu finanzieren und wie hoch w\u00e4re dieser Betrag nach heutigem Geldwert?<\/li>\n<li>Die Wintershall AG hat in der NS-Zeit von Zwangsarbeiter*innen in ihren Betrieben eingesetzt, darunter KZ-H\u00e4ftlinge, Kriegsgefangene, J\u00fcdinnen und Juden. In welchen Betrieben setzte die Wintershall AG im In- und besetzten Ausland wie viele Zwangsarbeiter*innen ein und welche Anstrengungen hat die Wintershall AG bisher unternommen, diese Zwangsarbeiter*innen namhaft zu machen und sie zu entsch\u00e4digen?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fragen zur Bewertung der historischen Rolle der IG Farben und des Einsatzes von Zyklon B in der Shoa<\/strong><\/p>\n<p>Die BASF geh\u00f6rte zu den Mitgr\u00fcndern der IG Farben. Dieser Konzern war eng mit dem NS-Staat verwoben. IG-Manager entwickelten f\u00fcr Hitler den Vierjahresplan zur Kriegsvorbereitung; Otto Ambros hatte sogar die Position des Wehrwirtschaftsf\u00fchrers inne. Das Unternehmen lieferte dem \u201eDritten Reich\u201c die wichtigsten Kriegsg\u00fcter und unterhielt in Auschwitz ein eigenes KZ. Auch die Mordwaffe stammte von den IG Farben: Das Zyklon B kam von ihrer Tochter-Gesellschaft Degesch.<\/p>\n<p>Trotzdem behauptet die BASF auf ihrer Website (<a href=\"https:\/\/www.basf.com\/global\/de\/who-we-are\/history\/chronology\/1925-1944\/1939-1945\/kampfstoffe-und-zyklon-b.html\"  target=\"_blank\" rel=\"external nofollow\"  title=\"https:\/\/www.basf.com\/global\/de\/who-we-are\/history\/chronology\/1925-1944\/1939-1945\/kampfstoffe-und-zyklon-b.html)\"  class=\"wp-links-icon\">https:\/\/www.basf.com\/global\/de\/who-we-are\/history\/chronology\/1925-1944\/1939-1945\/kampfstoffe-und-zyklon-b.html)<\/a>, der damals f\u00fcr die IG Farben im Degesch-Verwaltungsrat sitzende Carl Wurster h\u00e4tte nicht gewusst, dass das Zykon B in den Konzentrationslagern nicht als Entlausungsmittel, sondern als Mordwaffe benutzt wurde. Auch der enorme Bedarf der Nationalsozialisten an Zyklon B h\u00e4tte ihn nicht stutzig machen m\u00fcssen, \u201edenn dadurch, dass im Verlauf des Krieges immer mehr Menschen in Lagern untergebracht waren, war zu erwarten, dass die Nachfrage nach Entlausungs- und sonstigen Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmitteln steigen w\u00fcrde\u201c. Dazu meine Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li>Will die BASF auch behaupten, dass alle anderen IG-Farben-Manager nichts von dem eigentlichen Bestimmungszweck des Zyklon B in den Lagern wusste?<\/li>\n<li>Wer aus den Reihen der Industrie wusste nach Ansicht der BASF damals \u00fcberhaupt davon, dass das Zyklon B zur Vergasung von KZ-H\u00e4ftlingen zum Einsatz kam?<\/li>\n<li>Auf welche historischen Quellen st\u00fctzt die BASF die Behauptung, dass die Degesch eigentlich gar nicht richtig zur IG Farben geh\u00f6rte, sondern Bestandteil des Degussa-Konzerns blieb?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fragen zu Wintershall Dea und geplantem B\u00f6rsengang:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr wann ist der B\u00f6rsengang von Wintershall Dea geplant?<\/li>\n<li>In welchen L\u00e4ndern ist Wintershall Dea an der Suche nach und\/oder der Extraktion von Schiefergas und\/oder -\u00f6l beteiligt? Bitte geben Sie direkte Beteiligungen durch Tochtergesellschaften und\/oder indirekte Beteiligungen durch gemeinsames Vorgehen mit anderen Unternehmen an.<\/li>\n<li>Welches \u00d6l- und Gasvolumen wird mittels Fracking in den jeweiligen L\u00e4ndern gewonnen, in denen Wintershall Dea t\u00e4tig ist? Welches Volumen an Wasser wird durch die Extraktionsprozesse verbraucht? Welche Zusatzstoffe werden dem Wasser beigemischt?<\/li>\n<li>Unter Ber\u00fccksichtigung aller fossiler Brennstoffe haben wissenschaftliche Studien belegt, dass Fracking von Schiefergas f\u00fcr mehr als 50 Prozent der globalen Zunahme an Methanemissionen w\u00e4hrend der letzten Dekade verantwortlich ist. Folglich ist Fracking ein ma\u00dfgeblicher Grund f\u00fcr den Anstieg der globalen Erw\u00e4rmung. In einer Zeitspanne von 20 Jahren, ist der Einfluss auf den globalen Temperaturanstieg von Methan 84-87-mal gr\u00f6\u00dfer als der von CO2. Auch auf die lokalen Auswirkungen von Fracking auf das Wasser, die B\u00f6den, die Luft und die Gesundheit der lokalen Bev\u00f6lkerung wurde bereits vermehrt aufmerksam gemacht. Eben diese zerst\u00f6rerischen und t\u00f6dlichen Auswirkungen des Unterfangens sowie das gef\u00e4hrliche Potenzial von durch Fracking induzierten seismischen Aktivit\u00e4ten haben dazu gef\u00fchrt, dass Fracking innerhalb Europas gr\u00f6\u00dftenteils verboten, oder immerhin stark eingeschr\u00e4nkt wurde. Wintershall Dea allerdings, mit seiner Hauptverwaltung in Deutschland, einem Land, in dem Fracking verboten ist, benutzt die Technik au\u00dferhalb Europas und wird dennoch von seinem CEO als Klimavorreiter dargestellt und pr\u00e4sentiert sich in seinem Nachhaltigkeitsbericht von 2020 als Teil der L\u00f6sung f\u00fcr eine sozial gerechte und \u00f6kologisch nachhaltige Zukunft. Wie ist diese Diskrepanz aus Sicht der BASF zu rechtfertigen?<\/li>\n<li>Wei\u00df BASF, inwieweit die im Nachhaltigkeitsbericht 2020 von Wintershall Dea erw\u00e4hnte Portfoliooptimierung durch Investitionen in Infrastrukturprojekte wie Carbon Capture and Storage (CCS) erreicht werden soll?<\/li>\n<li>Sieht BASF einen Nutzen von Investitionen in kapitalintensive Infrastrukturprojekte mit geringer Renditef\u00e4higkeit wie CCS (geringe Sensitivit\u00e4t gegen\u00fcber konjunkturellen Schwankungen, Steuervorteile usw.)?<\/li>\n<li>In welche Arten von naturbasierten CO2-Kompensationsl\u00f6sungen plant Wintershall zu investieren? Wo genau sollen diese umgesetzt werden?<\/li>\n<li>Wie sieht die soziale und \u00f6kologische Bewertung sowohl f\u00fcr naturbasierte Kompensationsl\u00f6sungen als auch f\u00fcr CCS-Projekte aus? Welche sozialen, politischen und \u00f6kologischen Kriterien wird Wintershall Dea bei der Entscheidung \u00fcber die Realisierbarkeit und W\u00fcnschbarkeit der naturbasierten Kompensationsl\u00f6sungen und CCS-Projekte in Betracht ziehen?<\/li>\n<li>Hat Wintershall eine soziale und \u00f6kologische Vorbewertung des Greensand CCS-Projekts in der d\u00e4nischen Nordsee durchgef\u00fchrt? Welche Kriterien wurden bei der Zertifizierung des Greensand CCS-Projekts ber\u00fccksichtigt?<\/li>\n<li>Wie hat Wintershall die an der K\u00fcste lebenden Gemeinden in den Entscheidungsprozess zum Greensand CCS-Projekt und in die Bewertung der bekannten sozialen und \u00f6kologischen Risiken der CO2-Speicherung eingebunden?<\/li>\n<li>Gibt es Pl\u00e4ne zur kommerziellen Nutzung des abgeschiedenen CO2, und wenn ja, wie plant Wintershall die kommerzielle Nutzung des CO2? Bitte geben Sie an, ob es Pl\u00e4ne gibt, es f\u00fcr die Erweiterte \u00d6lf\u00f6rderung und\/oder Fracking (Hydraulic Fracturing) zu verwenden und nennen Sie die Orte, an denen es zum Einsatz kommen wird. Wenn ja, wo soll das CO2 hierf\u00fcr zum Einsatz kommen?<\/li>\n<li>DNV GL hat die Eignung des Reservoirs Nini-West laut Angaben von Wintershall Dea \u201ef\u00fcr die j\u00e4hrliche Einlagerung von 0,45 Millionen Tonnen komprimiertem CO<sub>2<\/sub>\u00a0pro Bohrung \u00fcber zehn Jahre\u201c best\u00e4tigt. Gleichzeitig, sollen \u201eLangfristig [\u2026] Kapazit\u00e4ten zur CO<sub>2<\/sub>-Speicherung von etwa 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr hier bis 2030 entwickelt werden\u201c, auch nach eigenen Angaben (Quelle: <a href=\"https:\/\/wintershalldea.com\/de\/newsroom\/meilenstein-fuer-ccs-projekt-greensand-erreicht\"  target=\"_blank\" rel=\"external nofollow\"  title=\"https:\/\/wintershalldea.com\/de\/newsroom\/meilenstein-fuer-ccs-projekt-greensand-erreicht\"  class=\"wp-links-icon\">https:\/\/wintershalldea.com\/de\/newsroom\/meilenstein-fuer-ccs-projekt-greensand-erreicht<\/a>, letzter Zugriff: 21.4.2021). Wie plant Wintershall Dea, die Speicherkapazit\u00e4t des Reservoirs um das beinahe Zehnfache innerhalb knapp eines Jahrzehnts zu erweitern, wenngleich die Eignung nur f\u00fcr eine geringere Speicherkapazit\u00e4t best\u00e4tigt wurde? Wird es noch andere CO2-Speicherst\u00e4tten geben? Wenn ja, wo sollen diese gebaut werden? Wer wird die Machbarkeitsstudien hierzu durchf\u00fchren und nach welchen sozialen und \u00f6kologischen Kriterien wird eine Entscheidung getroffen werden?<\/li>\n<li>Welches Volumen an Wasser wird verbraucht, um das CO2 in Greensand zu speichern und die CCS-Infrastrukturen zu bauen (Pipelines, Plattformen, Bohrer, Speicher etc)?<\/li>\n<li>Wieviel CO2 wird im Herstellungsprozess der CCS-Infrastrukturen (Pipelines, Plattformen, Bohrer, Speicher etc.) ausgesto\u00dfen, ohne das gespeicherte CO2 mitzurechnen?<\/li>\n<li>Im Nachhaltigkeitsbericht von 2020 schreibt Wintershall Dea, dass es sich f\u00fcr einen \u201esocially acceptable energy supply\u201c (Quelle: <a href=\"https:\/\/m.marketscreener.com\/news\/latest\/Sustainability-Report-2020-Commitment-to-environmental-protection-social-affairs-and-transparency--32891702\/\"  target=\"_blank\" rel=\"external nofollow\"  title=\"https:\/\/m.marketscreener.com\/news\/latest\/Sustainability-Report-2020-Commitment-to-environmental-protection-social-affairs-and-transparency\u201332891702\/\"  class=\"wp-links-icon\">https:\/\/m.marketscreener.com\/news\/latest\/Sustainability-Report-2020-Commitment-to-environmental-protection-social-affairs-and-transparency\u201332891702\/<\/a>, letzter Zugriff: 21.4.2021) einsetzt. Wie reagiert Wintershall auf die sozialen Proteste gegen ihre Energieversorgung?<\/li>\n<\/ul>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fragen zu den Verwicklungen von Wintershall mit dem Nationalsozialismus Seit Januar 2021 ist bekannt, dass die BASF-Tochter Wintershall AG in der Hamburger HafenCity Hauptmieter eines Geb\u00e4udes werden will, in dem das Dokumentationszentrum denk.mal am ehemaligen Hannoverschen Bahnhof zur NS- und Deportationsgeschichte Hamburgs entstehen soll. Vor diesem Hintergrund fragen wir: Die Wintershall AG hat ab 1930 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/questions-on-historical-responsibility-regarding-wintershall-dea-and-planned-ipo\/\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8222;Fragen zu historischer Verantwortung bei Wintershall Dea und geplantem B\u00f6rsengang&#8220;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[16,17],"tags":[],"class_list":["post-2072","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-basf-agm-2021","category-newsletter-april-2021"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7l3pz-xq","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2072","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2072"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2072\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2073,"href":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2072\/revisions\/2073"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2072"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2072"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2072"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}