{"id":2021,"date":"2020-08-14T13:06:14","date_gmt":"2020-08-14T13:06:14","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress-ploughbackthefruits.p51238.webspaceconfig.de\/?p=2021"},"modified":"2020-08-16T13:54:11","modified_gmt":"2020-08-16T13:54:11","slug":"lest-we-forget-promises-without-action","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/lest-we-forget-promises-without-action\/","title":{"rendered":"Damit wir es nicht vergessen: Versprechen ohne Handeln"},"content":{"rendered":"<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"252\" data-permalink=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/presse\/fotos\/p1020302_kl-1\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/p1020302_kl-1.jpg\" data-orig-size=\"150,100\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;5&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;DMC-GH2&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1430217006&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;26&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;400&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.00625&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"p1020302_kl-1\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/p1020302_kl-1.jpg\" class=\"size-full wp-image-252 alignright\" src=\"http:\/\/wordpress-ploughbackthefruits.p51238.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/p1020302_kl-1.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"100\" \/>Von Bischof Johannes Seoka<\/em><\/p>\n<p>Die Geschichte wiederholt sich immer wieder. Es sind nun acht Jahre seit dem Massaker von Marikana vergangen, das das Leben unschuldiger Minenarbeiter*innen forderte, deren Todesursache eine Forderung nach einem gerechten Lohn war. Obwohl Sibanye-Stillwater das Unternehmen Lonmin mit dem Versprechen aufgekauft hat, eine gewisse Verantwortung zu \u00fcbernehmen, wurden keine nennenswerten strukturellen Verbesserungen vorgenommen, um die Ursachen f\u00fcr den Streik und das Massaker zu adressieren.\u00a0 Die finanziellen Verluste von Lonmin, die sich aus dem Streik vom August 2012 ergeben haben k\u00f6nnten, k\u00f6nnen niemals dem Verlust von 44 unschuldigen Bergarbeiter*innen durch vors\u00e4tzlichen Mord gleichkommen, f\u00fcr den gr\u00f6\u00dftenteils der Staat mit der Komplizenschaft von Lonmin verantwortlich ist. Das Leben ist unantastbar und unbezahlbar. Daher meine \u00dcberzeugung, dass dieses r\u00fccksichtslose T\u00f6ten h\u00e4tte vermieden werden k\u00f6nnen, wenn die Politiker*innen nicht den Profit \u00fcber Menschenleben gestellt und sich nicht in den Konflikt zwischen Lonmin und seinen Arbeitsnehmer*innen eingemischt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Inmitten der beispiellosen Covid-19-Pandemie stiegen Edelmetallpreise, insbesondere Gold und Platin, auf ein Allzeithoch von jeweils \u00fcber $2.000,00 bzw. $1.000,00 pro Unze. In der Zwischenzeit taten die Bergbauunternehmen nichts gegen die Armut ihrer Arbeiter*innen und betrieben sogar dazu noch schamlosen Personalabbau, w\u00e4hrend sie sich mit einer guten Produktion br\u00fcsteten und die CEOs exorbitante Boni erhielten, die sie auf ihrem Weg zur Bank feierten.<\/p>\n<p>Covid-19 hat die Scheinheiligkeit der kapitalistischen Wirtschaft entlarvt und gezeigt, dass Profit auf die Kosten von Leben geht. Die Bergarbeiter zum Beispiel wurden nach Hause geschickt, als der Pr\u00e4sident den Ausnahmezustand und die Umsetzung eines Lockdowns der Stufe 5 erkl\u00e4rte, der am 27. M\u00e4rz 2020 in Kraft trat. Allerdings wurde auf die Betriebe Druck ausge\u00fcbt, wieder zu \u00f6ffnen, was dazu f\u00fchrte, dass die Bergarbeiter zur\u00fcck an die Arbeit gerufen wurden, als der Lockdown auf Stufe 3 heruntergesetzt wurde. Allerdings gibt es keine Hinweise darauf, dass ausreichende Vorbereitungen, wie sie in den Schulen getroffen wurden, auch zum Schutz der zur\u00fcckkehrenden Bergleute getroffen wurden. Es wurde wenig f\u00fcr die Quarant\u00e4ne bei der R\u00fcckkehr und die Aufkl\u00e4rung der Minenarbeiter*innen \u00fcber die von der Regierung vorgeschriebenen Gesundheitsvorschriften gemacht: soziale Distanzierung, Verwendung von Masken, H\u00e4ndewaschen und Desinfizierung. Infolgedessen waren einige der Arbeiter*innen dem Coronavirus ausgesetzt und fielen ihm zu Opfer. Offensichtlich gibt es einen Anstieg der Infektionszahlen in Minen, wodurch diese zu Epizentren des Covid-19 werden. Davon sind wir Zeugen, in Bergbaugemeinden und dort, wo die Verantwortung des Bergwerks oft am Tor der Mine endet.<\/p>\n<p>Die von den Bergbauunternehmen vorgelegten Statistiken sind fragw\u00fcrdig und verd\u00e4chtig. Sie sind zu niedrig, wenn wir alle wissen, dass die Bedingungen, unter denen die Bergleute leben und arbeiten, nicht geeignet sind, die Menschen vor der Verbreitung des Coronavirus zu sch\u00fctzen. Die Lebensbedingungen sind einer hygienischen Lebensweise nicht f\u00f6rderlich, da lebensrettende Grundversorgungsg\u00fcter wie Wasser von den Minen verbraucht werden und die Gemeinschaften trocken und anf\u00e4llig f\u00fcr Krankheiten bleiben.<\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte sein, dass die Informationen \u00fcber Infektionen und Todesf\u00e4lle in den Minen zur\u00fcckgehalten werden, weil man bef\u00fcrchtet, dass die Regierung im Falle der Ver\u00f6ffentlichung wahrer Zahlen einfach die Schlie\u00dfung des vermeintlichen R\u00fcckgrats der Wirtschaft anordnen k\u00f6nnte. Covid-19 hat in der Tat das Problem der Ungleichheit, Armut und Arbeitslosigkeit sowie die Bevorzugung von Gewinnzuw\u00e4chsen gegen\u00fcber der Rettung von Menschenleben aufgedeckt und best\u00e4tigt. Die \u00c4rmsten der Armen bleiben am verwundbarsten, w\u00e4hrend die Reichen weiterhin die Vorteile billiger Arbeitskr\u00e4fte genie\u00dfen, so als g\u00e4be es keine Bedrohung f\u00fcr das Leben.<\/p>\n<p>Es wird nicht viel \u00fcber die mangelnde Sicherheit und den mangelnden Schutz der Bergleute gesagt, die in vollbesetzten Bussen und K\u00e4figen transportiert werden, die sie kilometerweit unter Tage bringen. Auffallend ist die mangelnde Einhaltung der Vorschriften zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus, wie das Tragen von Masken und die Verf\u00fcgbarkeit von Desinfektionsmitteln und Wasser zum H\u00e4ndewaschen. Das f\u00fcr diesen Zweck bereitgestellte Geld verschwindet scheinbar in den Taschen der Politiker*innen \u00fcber ihre Freunde und Verwandten. Schande \u00fcber das, was wir als neue konstitutionelle Demokratie geworden sind.<\/p>\n<p>Es wird viel mehr gesagt als getan, was in der Gemeinde von Marikana deutlich wird, wo Sibanye-Stillwater weiterhin Bodensch\u00e4tze abbaut, als h\u00e4tte das Massaker nie stattgefunden. Versprechungen, die beim Verkauf und Kauf von Lonmin gemacht wurden, bleiben leer &#8211; also mehr Gerede als Taten. In den acht Jahren seit dem Massaker gibt es nichts zu zeigen, au\u00dfer unerf\u00fcllte und\/oder leere Versprechen. Die Minen sind nach wie vor produktiv und die Preise der Platingruppe von Metallen sind viel h\u00f6her als vorhergesagt.<\/p>\n<p>Dennoch leben die (Minen-) Arbeiter*innen weiterhin in extremer Armut und verdienen Hungerl\u00f6hne, obwohl sie 2012 f\u00fcr ihre Forderung von 12.500,00 Rand Monatslohn sterben mussten. Eine Wahrheit, die die M\u00e4chtigen nicht h\u00f6ren wollen, ist, dass eine Arbeiterrevolution nicht undenkbar ist, deren Macht wir im Jahr 2012 bereits erlebt haben. Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass die versprochene Lohnerh\u00f6hung von 22 Prozent, die bei den Verhandlungen beschlossen wurde, bisher nicht auf ihre L\u00f6hne aufgeschlagen wurde.<\/p>\n<p>Daher bef\u00fcrchten wir, dass sich die Geschichte mit Sicherheit wiederholen wird, wenn die strukturellen Fragen, die zu dem Streik und dem Massaker im Jahr 2012 gef\u00fchrt haben, nicht angegangen werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Bischof Johannes Seoka Die Geschichte wiederholt sich immer wieder. Es sind nun acht Jahre seit dem Massaker von Marikana vergangen, das das Leben unschuldiger Minenarbeiter*innen forderte, deren Todesursache eine Forderung nach einem gerechten Lohn war. 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