{"id":1964,"date":"2020-06-14T16:21:33","date_gmt":"2020-06-14T16:21:33","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress-ploughbackthefruits.p51238.webspaceconfig.de\/?p=1964"},"modified":"2020-06-17T16:27:59","modified_gmt":"2020-06-17T16:27:59","slug":"talking-is-silver-taking-action-is-golden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/talking-is-silver-taking-action-is-golden\/","title":{"rendered":"Reden ist silber, Handeln ist gold"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h5><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1965\" data-permalink=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/talking-is-silver-taking-action-is-golden\/brot-fuer-die-welt-mitarbeiterin-maren-leifker\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Foto-Leifker-web.jpg\" data-orig-size=\"500,333\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.2&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Hermann Bredehorst\/Brot f\\u00fcr die&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon EOS 5D Mark IV&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;DEU, Deutschland, Berlin, 20.07.2017: \\rMaren Leifker,Referentin f\\u00fcr Menschenrechte und Wirtschaft\/Shrinking Space; Brot f\\u00fcr die Welt&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1500554796&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;Hermann Bredehorst\/Brot f\\u00fcr die Welt&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;135&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;160&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.005&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Brot f\\u00fcr die Welt Mitarbeiterin Maren Leifker&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Brot f\u00fcr die Welt Mitarbeiterin Maren Leifker\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Foto-Leifker-web.jpg\" class=\" wp-image-1965 alignright\" src=\"http:\/\/wordpress-ploughbackthefruits.p51238.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Foto-Leifker-web-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"142\" srcset=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Foto-Leifker-web-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Foto-Leifker-web.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 85vw, 213px\" \/>Erfahrungen mit Unternehmensdialogen<\/h5>\n<p><em>Von Maren Leifker, Referentin Wirtschaft und Menschenrechte bei Brot f\u00fcr die Welt<\/em><\/p>\n<p>Eins ist sicher: Der Dialog von zivilgesellschaftlichen Organisationen mit Unternehmen zu Menschenrechtsbelangen liegt voll im Trend. Er findet sowohl in institutionalisierter Form in sogenannten Multi-Stakeholder-Initiativen (MSI) statt, an denen in der Regel auch Politik-Vertreter*innen teilnehmen. Die Zahl von MSI hat in Deutschland in den letzten Jahren stark zu genommen. Beispiele daf\u00fcr sind das Textilb\u00fcndnis, das Kakaoforum und seit Februar 2020 auch der vom Arbeitsministerium initiierte Autodialog. Daneben gibt es zahlreiche Dialogprozesse zwischen einzelnen oder auch mehreren Nichtregierungsorganisationen (NRO) mit Unternehmen, die teilweise von kritischen Aktion\u00e4ren oder Investoren unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Einige \u2013 wie beispielsweise die <em>Plough Back the Fruits<\/em>-Kampagne, in der sich s\u00fcdafrikanische gemeinsam mit internationalen Organisationen f\u00fcr eine Verbesserung der Menschenrechtssituation an der Platinmine Marikana in S\u00fcdafrika einsetzen, haben auch eine transnationale Komponente. W\u00e4hrend diese Dialog-Formate am Anfang von gegenseitiger Skepsis und Intransparenz gepr\u00e4gt waren, hat die Offenheit in den letzten Jahren zugenommen. Trotzdem st\u00f6\u00dft der Austausch aufgrund der mangelnden Verbindlichkeit der unternehmerischen Menschenrechtsverantwortung an seine Grenzen.<\/p>\n<p><strong>Am Anfang war viel Skepsis<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Massaker, das sich 2012 an der Marikana-Mine ereignet hat und bei dem 34 Bergarbeiter erschossen wurden, hatte sich BASF als Hauptkunde der Mine zun\u00e4chst lange in Schweigen geh\u00fcllt. Erst auf den \u00f6ffentlichen Druck der <em>Plough Back the Fruits<\/em>-Kampagne, die daf\u00fcr sorgte, dass Betroffene bei Aktion\u00e4rsversammlungen zu Wort kamen, reagierte das Management schlie\u00dflich. Eine BASF-Delegation reiste nach Marikana und es wurde ein Audit zur \u00dcberpr\u00fcfung der menschenrechtlichen Situation vor Ort in Auftrag gegeben. Allerdings wurde die s\u00fcdafrikanische Organisation <em>Bench Marks Foundation, <\/em>die seit Jahren f\u00fcr die Rechte der Betroffenen des Massakers k\u00e4mpft,<a href=\"https:\/\/venro.org\/fileadmin\/user_upload\/Dateien\/Daten\/Publikationen\/Dokumentationen\/NRO-Report_v05_DIGITAL_2_.pdf\" class=\"mtli_attachment mtli_pdf\"  target=\"_blank\" rel=\"external nofollow\"  title=\" nicht angeh\u00f6rt und die Ergebnisse des Audits blieben unter Verschluss.\"  class=\"wp-links-icon\"> nicht angeh\u00f6rt und die Ergebnisse des Audits blieben unter Verschluss.<\/a> Teilweise bestand auch der Eindruck, der Austausch mit NRO diene insgesamt nur als Feigenblatt, um in Nachhaltigkeitsberichten oder auf Aktion\u00e4rsversammlungen darauf verweisen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Sinneswandel in Unternehmen<\/strong><\/p>\n<p>Auch heute kann nicht davon gesprochen werden, dass sich NRO und Unternehmen auf Augenh\u00f6he begegnen. In der letzten Zeit macht sich aber in einigen Unternehmen ein Sinneswandel bemerkbar. Bef\u00f6rdert durch die Debatte um verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltspflichten, erkennen Unternehmen, dass die Achtung von Menschenrechten nicht nur gut f\u00fcr die Imagepflege ist, sondern in naher Zukunft zum Compliance-Thema werden wird, dem ausreichend Personal und Ressourcen zu widmen sind. Eine besondere Rolle spielt dabei <a href=\"https:\/\/www.globalcompact.de\/wAssets\/docs\/Menschenrechte\/Publikationen\/leitprinzipien_fuer_wirtschaft_und_menschenrechte.pdf\" class=\"mtli_attachment mtli_pdf\"  target=\"_blank\" rel=\"external nofollow\"  title=\"der Ansatz der UN-Leitprinzipien f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte\"  class=\"wp-links-icon\">der Ansatz der UN-Leitprinzipien f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte<\/a>, der die Konsultation von potenziell betroffenen Gruppen und anderen Stakeholdern, etwa Gewerkschaften und internationalen NRO, vorsieht. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Ma\u00dfnahmen, die Unternehmen zur Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen treffen, nicht an den Interessen der lokalen Zivilgesellschaft vorbeigehen. Nur wenn die Zielgruppe bspw. an der Entwicklung von Beschwerdemechanismen beteiligt wurde, wird sie diese als legitim erachten und nutzen, um Missst\u00e4nde zu melden. Gleichzeitig k\u00f6nnen Unternehmen von der Erfahrung und Expertise von NRO profitieren. Immer mehr Unternehmen suchen daher gezielt den Austausch mit NRO, um gegenchecken zu lassen, wie sie menschenrechtlichen Sorgfaltsanforderungen gerecht werden.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Dialoge sto\u00dfen jedoch an ihre Grenzen, weil es bislang an rechtlichen Rahmenbedingungen fehlt, die die menschenrechtlichen Pflichten von Unternehmen klarstellen und auf die sich NRO berufen k\u00f6nnen, wenn auf eine vollmundige Ank\u00fcndigung im Rahmen einer MSI keine konsequente Handlung folgt. Ein Lieferkettengesetz w\u00fcrde diese Pflichten festschreiben und gleichzeitig mehr Unternehmen motivieren, sich an MSI zu beteiligen, da diese als Resonanzraum zur praktischen Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfalt dienen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfahrungen mit Unternehmensdialogen Von Maren Leifker, Referentin Wirtschaft und Menschenrechte bei Brot f\u00fcr die Welt Eins ist sicher: Der Dialog von zivilgesellschaftlichen Organisationen mit Unternehmen zu Menschenrechtsbelangen liegt voll im Trend. Er findet sowohl in institutionalisierter Form in sogenannten Multi-Stakeholder-Initiativen (MSI) statt, an denen in der Regel auch Politik-Vertreter*innen teilnehmen. 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