{"id":1817,"date":"2020-04-24T15:37:21","date_gmt":"2020-04-24T15:37:21","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress-ploughbackthefruits.p51238.webspaceconfig.de\/?p=1817"},"modified":"2020-07-01T12:17:01","modified_gmt":"2020-07-01T12:17:01","slug":"double-standards-by-government","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/double-standards-by-government\/","title":{"rendered":"Die Doppelmoral der s\u00fcdafrikanischen Regierung im Umgang mit COVID 19"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"190\" data-permalink=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/presse\/fotos\/p1020302_kl\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/p1020302_kl.jpg\" data-orig-size=\"1772,1181\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;5&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;DMC-GH2&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1430217006&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;26&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;400&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.00625&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Seoka2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/p1020302_kl-1024x682.jpg\" class=\"wp-image-190 alignright\" src=\"http:\/\/wordpress-ploughbackthefruits.p51238.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/p1020302_kl-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"237\" height=\"158\" srcset=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/p1020302_kl-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/p1020302_kl-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/p1020302_kl-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/p1020302_kl.jpg 1772w\" sizes=\"auto, (max-width: 237px) 85vw, 237px\" \/><strong>Der private Sicherheitsdienst Red Ants zerst\u00f6rt H\u00e4user der Armen<\/strong><\/p>\n<p><em>Dies ist die \u00dcbersetzung des Originaltextes von Bischof Jo Seoka. Eine leicht gek\u00fcrzte Version erschien am 26.4.2020 in der Printausgabe des Sunday Independant in S\u00fcdafrika<\/em><\/p>\n<p>Die erste Reaktion des Staates auf das Corona-Virus war lobenswert, Pr\u00e4sident Cyril Ramaphosa initiierte z\u00fcgig Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Ausbreitung von COVID 19. So gewann Ramaphosa die Herzen vieler dankbarer B\u00fcrger*innen: Die Menschen verstanden und w\u00fcnschten sich, Leben gerettet zu sehen und Verh\u00e4ltnisse wie in Spanien zu vermeiden \u2013 wo tausende starben, als das Land f\u00fcr kurze Zeit zum Epizentrum der Pandemie wurde. Die Hygienema\u00dfnahmen wie regelm\u00e4\u00dfiges H\u00e4ndewaschen, die Anweisungen zu Niesen und Husten, sowie die soziale Distanzierung halfen, die Ausbreitung des Corona-Virus einzud\u00e4mmen. Diese Erfolge f\u00fchrten zu einer Ann\u00e4herung zwischen der Regierung und den B\u00fcrger*innen. Auch die zweite Phase der \u00d6ffnung, die ausgew\u00e4hlte Einkaufsm\u00f6glichkeiten und n\u00f6tige Dienstleistungen wie beispielweise Klempner wieder zulie\u00df, waren Zeichen der Bereitschaft, zu erkunden, was unter Lockdown-Bedingungen m\u00f6glich ist \u2013 mit Augenma\u00df f\u00fcr das gesellschaftliche Wohlergehen und die Bek\u00e4mpfung der Pandemie im Auge zugleich.<\/p>\n<p>Ebenso st\u00f6\u00dft das Ma\u00dfnahmenpaket zur St\u00e4rkung der Konjunktur in Zeiten von Covid19, das Ramaphosa am 21. April ank\u00fcndigte, auf Zustimmung. Die 500 Milliarden Rand (umgerechnet ca. 24, 5 Milliarden Euro) f\u00fcr soziale und wirtschaftliche Unterst\u00fctzung werden in der Tat einen gro\u00dfen Beitrag zur Bew\u00e4ltigung der sozialen Herausforderungen und des Hungers leisten. Viele Menschen in S\u00fcdafrika sp\u00fcren bereits in voller H\u00e4rte die Auswirkungen des Lockdowns. Auch kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen werden dadurch entlastet und k\u00f6nnen zun\u00e4chst \u00fcberleben. Die Armen werden f\u00fcr eine Weile etwas zu essen auf dem Tisch haben. Aber all diese guten Gesten sind nichts wert, wenn wir die eine Regel vergessen: &#8222;Was du nicht willst, dass man dir tu&#8216;, das f\u00fcg&#8216; auch keinem andern zu&#8220; (Matth\u00e4us 7,12). Ich m\u00f6chte hier daran erinnern, dass wir alle Menschen mit Freundlichkeit, Anstand, Respekt und Menschlichkeit behandeln m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Im Angesicht der Notwendigkeit des nationalen Zusammenhalts und der Solidarit\u00e4t k\u00f6nnen wir nicht so tun, als sei alles in Ordnung, wenn ausgerechnet die Menschen, die dem Schutz und der F\u00fcrsorge der Gemeinschaft am n\u00f6tigsten bed\u00fcrfen, allein gelassen werden und Opfer grausamer Verbrechen werden. Wie viele gute Menschen, deren einziges \u201eVergehen\u201c die Armut ist, sind bereits von Soldaten und Polizisten erniedrigt und sogar get\u00f6tet worden? Die Medien berichteten vom abscheulichen Verhalten von Staatsbeamten in Lawley und Orange Farm. Wenn Menschen wirklich an erster Stelle stehen, muss das sofort ein Ende haben.<\/p>\n<p>Selbst wenn diese Menschen illegal Grundst\u00fccke besetzen, ist dies nicht die Zeit, sie daf\u00fcr zu bestrafen. Sie k\u00f6nnen nirgendwo anders hingehen, um Schutz zu suchen. Sie k\u00f6nnen nicht auf der Stra\u00dfe leben, schutzlos dem Virus und m\u00f6glicher Verhaftung oder gar dem Tod ausgesetzt \u2013 von der Hand derer, die sie eigentlich sch\u00fctzen sollten.<\/p>\n<p>Abahlali Basemjondolo (siehe dazu auch in diesem Newsletter) haben die gewaltt\u00e4tige Natur (des Sicherheitsdienstes) \u201eRed Ants\u201c angesprochen (Die Red Ants sind ein privater s\u00fcdafrikanischer Dienstleister, der derzeit landesweit in S\u00fcdafrika in der Kritik steht, Anm d. Red.). Entgegen aller Beteuerungen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen w\u00fcrden, ist dahingehend bisher nichts geschehen. All dies geschieht trotz der Forderung des Justizministers nach einem R\u00e4umungsmoratorium und der Zusicherung des Ministers f\u00fcr Siedlungswesen, dass w\u00e4hrend des Lockdowns niemand vertrieben werden darf.<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeit muss sich fragen, ob es hier nicht um Konkurrenzen innerhalb der regierenden Partei geht, wo eine Hand nicht wei\u00df (oder wissen will), was die andere tut. Der Pr\u00e4sident als Oberbefehlshaber der S\u00fcdafrikanischen Streitkr\u00e4fte m\u00fcsste dieselben Befugnisse nutzen, mit denen Soldaten in Townships entsandt wurden, um nun diejenigen zu \u00fcberwachen und festzunehmen, die dort ihr Unwesen treiben. Mit der gleichen Vehemenz m\u00fcssen auch die Vertreibungen gestoppt werden.<\/p>\n<p>Wir alle wissen, dass Taten lauter sprechen als Worte, und jetzt ist der Zeitpunkt zu handeln, da Worte scheinbar unbemerkt verhallen. Jetzt w\u00e4re es an der Zeit, H\u00e4user mit Wasser und sanit\u00e4ren Einrichtungen zu versorgen. Dann m\u00fcssten die Menschen nicht gegen Gesetze versto\u00dfen und informelle Siedlungen an Orten errichten, die f\u00fcr andere Zwecke bestimmt sind. Denn auch diese Menschen haben die Regierung mitgew\u00e4hlt, damit diese ihnen dient.<\/p>\n<p>Die Red Ants brechen das Gesetz, wenn sie da drau\u00dfen unschuldige Menschen bedr\u00e4ngen. Ihr unversch\u00e4mtes Vorgehen \u00fcberschreitet ihre Befugnisse, sie sind keine Staatsbeamte im Dienst! Sie handeln kriminell, wenn sie das Eigentum armer und verletzlicher Menschen zerst\u00f6ren und vergr\u00f6\u00dfern noch dazu deren Elend. Es muss eine Untersuchung dieser Vorg\u00e4nge geben, die Eigentumsverh\u00e4ltnisse des Unternehmens m\u00fcssen gekl\u00e4rt und die Personen gefunden werden, die die R\u00e4umungen angeordnet haben. Unschuldige Menschen wurden verhaftet, weil sie sich au\u00dferhalb ihrer Wohnungen aufhielten, um n\u00f6tige Besorgungen zu machen, und obdachlose Menschen, die auf den Stra\u00dfen leben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dies alles auf politische Seilschaften zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, wie die Herstellung von Masken in den Farben einiger politischer Parteien oder skrupelloser Unternehmen nahelegen. Seit langem schon h\u00e4tte die Regierung allen B\u00fcrger*innen H\u00e4user zur Verf\u00fcgung stellen sollen, insbesondere den \u00c4rmsten der Armen. Das ist ein Menschenrecht.<\/p>\n<p>In Zeiten wie diesen m\u00fcssen wir <em>Ubuntu<\/em> leben, damit es nicht zu einem Klischee verkommt, sondern ein praktisches Beispiel daf\u00fcr sein kann, wer wir als Volk sein wollen. Die Menschen m\u00fcssen in unserem Denken, unserer Entscheidungsfindung und unserem Handeln an erster Stelle stehen. Sowohl die Red Ants als auch ihre Auftraggeber m\u00fcssen zur Rechenschaft gezogen werden, damit an alle, die die staatliche Autorit\u00e4t untergraben haben, eine starke Botschaft \u00fcbermittelt wird. Obwohl die Zeiten angsteinfl\u00f6\u00dfend sind und die Verluste durch die Corona-Pandemie auf unseren Schultern lasten, d\u00fcrfen wir nicht aufgeben. Wir m\u00fcssen die Hoffnung f\u00fcr unser Land, seine Menschen und unsere Zukunft erhalten.<\/p>\n<p>Im Zentrum unserer Bem\u00fchungen sollten diejenigen stehen, die am wenigsten Schutz und Zugang zu Information haben, und sich der Gefahren der Epidemie nicht bewusst sind. Marginalisierte Obdachlose und die Menschen in Lawley, Khayelitsha, Alexandra und in Diepkloof m\u00fcssen sich so weit wie m\u00f6glich der Gefahr bewusst werden, die von diesem unsichtbaren Feind ausgeht. Mit Geduld und Sorgfalt m\u00fcssen wir sie aufkl\u00e4ren. Aber die Dringlichkeit, mit der auch sie die Sicherheitsvorschriften einhalten m\u00fcssen, darf nicht in Repression durch diejenigen Beh\u00f6rden umschlagen, die zu ihrem Schutz da sein sollten.<\/p>\n<p>Zugegeben, wir sind immer noch eine im Werden begriffene Nation. Das Virus trifft uns im anhaltenden Ringen um Wiedergutmachung, denn das Erbe der Unterdr\u00fcckung tritt im heutigen S\u00fcdafrika noch immer hartn\u00e4ckig zu Tage. Es liegt noch ein langer Weg vor uns, aber jetzt, im Angesicht dieser Krise sind wir verpflichtet, alles zu tun, was in unserer Macht liegt. Wir d\u00fcrfen jetzt nicht versagen!<\/p>\n<p>Bischof Joe Seoka<\/p>\n<p>Mittwoch, 22. April 2020<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der private Sicherheitsdienst Red Ants zerst\u00f6rt H\u00e4user der Armen Dies ist die \u00dcbersetzung des Originaltextes von Bischof Jo Seoka. 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