{"id":1748,"date":"2020-04-24T05:55:57","date_gmt":"2020-04-24T05:55:57","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress-ploughbackthefruits.p51238.webspaceconfig.de\/?p=1748"},"modified":"2020-04-28T10:49:49","modified_gmt":"2020-04-28T10:49:49","slug":"postscriptum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/postscriptum\/","title":{"rendered":"Nachwort"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1751\" data-permalink=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/de\/postscriptum\/csm_team_boniface_mabanza_cce9b6c459\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/csm_team_boniface_mabanza_cce9b6c459.jpg\" data-orig-size=\"120,120\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"csm_team_boniface_mabanza_cce9b6c459\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/www.basflonmin.com\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/csm_team_boniface_mabanza_cce9b6c459.jpg\" class=\"size-full wp-image-1751 alignright\" src=\"http:\/\/wordpress-ploughbackthefruits.p51238.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/csm_team_boniface_mabanza_cce9b6c459.jpg\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"120\" \/>von Boniface Mabanza<\/p>\n<p>Noch bevor die ersten Corona-F\u00e4lle auf dem afrikanischen Kontinent best\u00e4tigt wurden, wurde der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ehemaliger Gesundheitsminister \u00c4thiopiens, Tedros Adhanom, nicht m\u00fcde zu betonen, dass sich afrikanische L\u00e4nder auf das Schlimmste vorbereiten sollen. Mittlerweile ist Corona in Afrika angekommen. Die L\u00e4nder sind unterschiedlich stark betroffen und ihre jeweiligen Regierungen haben sich gegenseitig darin\u00a0 \u00fcbertroffen, Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Epidemie einzuleiten. In vielen L\u00e4ndern des Kontinents sind jedoch diese Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Menschen gef\u00e4hrlicher als die Krankheit selbst. Der vorliegende Newsletter hat Einblicke in einige Facetten der Corona-bedingten gesundheitlichen, sozialen und \u00f6konomischen Krise im S\u00fcdlichen Afrika und besonders in S\u00fcdafrika gegeben. Was der Newsletter vor allem leisten will, ist die Zusammenstellung von Links, die den interessierten Leser*innen erm\u00f6glichen, Stimmen und Analysen aus dem S\u00fcdlichen Afrika und Afrika zur aktuellen Situation wahrzunehmen und zu vertiefen.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten in den n\u00e4chsten Ausgaben auch durch einige Artikel auf die grundlegenden Auseinandersetzungen aufmerksam machen, die in diesen Corona-Zeiten auf dem Kontinent gef\u00fchrt werden und die auch f\u00fcr die Post-Corona-Zeiten von Bedeutung sein k\u00f6nnten. An dieser Stelle wollen wir einige der Themen erw\u00e4hnen, die diese Auseinandersetzungen jetzt bereits pr\u00e4gen und die wir in den n\u00e4chsten Ausgaben vertiefen werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Handlungsf\u00e4higkeit der nationalen Regierungen: es war spektakul\u00e4r, mit welcher Geschwindigkeit Regierungen Ma\u00dfnahmen ergriffen haben (<a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/pidgin\/tori-52179929; https:\/\/www.bbc.com\/pidgin\/tori-52241302\"  target=\"_blank\" rel=\"external nofollow\"  title=\"\u00dcbernahme von Wasser- und Stromrechnungen in Ghana\"  class=\"wp-links-icon\">\u00dcbernahme von Wasser- und Stromrechnungen in Ghana<\/a> und vielen anderen L\u00e4ndern, <a href=\"https:\/\/www.nbc.na\/news\/beneficiaries-start-receiving-emergency-income-grants-tuesday.29911?fbclid=IwAR2Wir5t5PlFELXGoBA79SqjFIZfizgd5emOOAR2Hzds0CRV9j_IiFiZ7pM\"  target=\"_blank\" rel=\"external nofollow\"  title=\"Emergency Income Grants in Namibia\"  class=\"wp-links-icon\">Emergency Income Grants in Namibia<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.iol.co.za\/news\/africa\/rwanda-to-deliver-free-food-to-20-000-households-during-coronavirus-lockdown-45756889\"  target=\"_blank\" rel=\"external nofollow\"  title=\"food banks\"  class=\"wp-links-icon\">food banks<\/a><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><\/a> f\u00fcr arme Bev\u00f6lkerungsgruppen etc\u2026). Aktivist*innen \u00fcberall auf dem Kontinent registrieren dies und sehen darin eine Lektion, von der sie glauben, dass sie bestehen bleibt und positive Auswirkungen in Bezug auf die Verpflichtung der Regierungen gegen\u00fcber ihrer Bev\u00f6lkerung haben wird.<\/li>\n<li>Die Corona-Krise als Offenbarung der Verletzlichkeit des Kontinents und der Notwendigkeit grundlegender Ver\u00e4nderungen: das ist die Lesart, die u.a. im offenen Brief afrikanischer Intellektueller an die afrikanischen Regierenden zu finden ist, der mittlerweile von Menschen unterschiedlicher Generationen und Spektren unterschrieben wurde. Dieser Brief versteht sich als eine \u201ekleine Mahnung, eine Wiederholung des Offensichtlichen: dass der afrikanische Kontinent sein Schicksal wieder in die eigenen H\u00e4nde nehmen muss. Denn gerade in den schwierigsten Momenten m\u00fcssen neue\/innovative Orientierungen erforscht und dauerhafte L\u00f6sungen gefunden werden.\u201c <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/indepth\/features\/open-letter-african-intellectuals-leaders-covid-19-200417140154396.html\"  target=\"_blank\" rel=\"external nofollow\"  title=\"Die Autor*innen empfehlen\"  class=\"wp-links-icon\">Die Autor*innen empfehlen<\/a>, \u201esich daran zu erinnern, dass Afrika \u00fcber ausreichende materielle und menschliche Ressourcen verf\u00fcgt, um einen gemeinsamen Wohlstand auf einer egalit\u00e4ren Grundlage und unter Achtung der W\u00fcrde eines jeden Menschen aufzubauen.\u201c Sie fordern einen radikalen Richtungswechsel und vertreten die Meinung, dass die Zeit daf\u00fcr jetzt ist.<\/li>\n<li>Dieser Richtungswechsel betrifft u.a. den Rohstoffsektor. Der Kontinent ist weitgehend in der Rolle des Rohstofflieferanten geblieben. Viele L\u00e4nder produzieren, \u201ewas sie nicht konsumieren und konsumieren, was sie nicht produzieren\u201c (J. Nyerere). In Krisen wie diesen stellt sich die Frage nach der fast ausschlie\u00dflichen Konzentration auf bestimmte Exportprodukte wie Trauben, Blumen, Tee, Kakao, Bananen, Kaffee, \u00d6l und Mineralien neu. Und auch die Abh\u00e4ngigkeit von ausl\u00e4ndischen verarbeiteten Produkten und Technologien wird in Frage gestellt. Dar\u00fcber hinaus geht es um die Frage, wer etwa die Macht hat, Rohstoffpreise festzulegen oder zu manipulieren.<\/li>\n<li>Corona-Krise als neue Schuldenfalle: angesichts der L\u00e4hmung des Wirtschaftslebens und der damit verbundenen L\u00fccken in ihren Haushalten sowie als Beitrag zur Eind\u00e4mmung der Gesundheitskrise, f\u00e4llt vielen Regierungen nichts anderes ein, als auf die bekannten Akteure IWF und Weltbank zur\u00fcckzugreifen, deren Schuldenmanagement sich bis jetzt als Lizenz zur Auspl\u00fcnderung der Ressourcen des Kontinents erwiesen hat. Dagegen entsteht <a href=\"https:\/\/c19peoplescoalition.org.za\/reject-imf-world-bank\/?fbclid=IwAR0WxHMo5L2wia1RuTVQrRZYGAenhLbXnhRGWzXqGVCUrl3Hwbhis5zl9uo\"  target=\"_blank\" rel=\"external nofollow\"  title=\"hier und da Widerstand\"  class=\"wp-links-icon\">hier und da Widerstand<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das soll ein kleiner Vorgeschmack auf die uns wichtig erscheinenden Debatten sein, denen wir Raum geben wollen. Dieser Newsletter will auch eine Plattform f\u00fcr Diskurse zu Afrika sein, die im deutschen und europ\u00e4ischen Kontext gef\u00fchrt werden. Es ist auff\u00e4llig, dass die neuen Sorgen um Afrika, wo es nach den meisten Analysen aus dem hiesigen Kontext \u201enur schlimmer werden kann, als bei uns\u201c, viele Kontinuit\u00e4ten mit kolonialen Diskursen aufweisen. Wir wollen diese Kontinuit\u00e4t kolonialer Blicke auf Afrika in Zeiten von Corona auch unseren Partner*innen in Afrika zug\u00e4nglich machen und ihnen eine Plattform geben, dazu Stellung zu beziehen. Auch deshalb ist dieser Newsletter zweisprachig angelegt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Boniface Mabanza Noch bevor die ersten Corona-F\u00e4lle auf dem afrikanischen Kontinent best\u00e4tigt wurden, wurde der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ehemaliger Gesundheitsminister \u00c4thiopiens, Tedros Adhanom, nicht m\u00fcde zu betonen, dass sich afrikanische L\u00e4nder auf das Schlimmste vorbereiten sollen. Mittlerweile ist Corona in Afrika angekommen. 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